Einfach mal loslegen – Anfangen mit Little Early Bird

von Sabine Kollmann

An der Elsa-Brändström-Schule in Frankfurt unterrichten wir seit einigen Jahren Englisch ab Klasse 1. Als wir uns vor ca. acht Jahren dazu entschlossen haben, Englisch verpflichtend für alle Schüler ab Klasse 1 anzubieten, gab es noch kein geeignetes Unterrichtsmaterial für den frühen Englischunterricht in Klasse 1. Also erstellten wir in gemeinsamen Englisch-Fachkonferenzen unser eigenes Kurrikulum nebst dazugehörigem Material. Dieses Kurrikulum ist spiralförmig angelegt und behandelt wiederkehrend auf verschiedenen Leistungsebenen die Themen: Meeting People, My School, Numbers and Colors, Around the Year, Animals, Food and Drinks, Fruit and Vegetables, My Family, Weather, Wintertime and Clothes.

Momentan habe ich ein zweites Schuljahr, das ich von Anfang an mit unseren selbst erstellten Materialien unterrichtet habe. Als ich das Little Early Bird-Material kennen lernte, fand ich es so ansprechend, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte. Aber wie anfangen? Zu Beginn der 2. Klasse steht an der Elsa-Brändström-Schule das Thema „English names“ auf unserem Programm. Da bot es sich an, den Vorschlag „My rainbow name“ (LEB „Starter KID“, S. 28) aufzugreifen. Die Schüler malten ihre englischen Namen mit Regenbogenfarben in ihr Heft. Um diese Schülerarbeiten entsprechend zu würdigen und die Kinder zum Sprachhandeln zu motivieren, wurden anschließend jeweils vier Hefte auf die Tafel gestellt und mit dem Spiel „I spy with my little eye …“  herausgefunden, welcher "rainbow name" von dem Kind, das an der Reihe war, "ausgeguckt" worden war. Mit diesem Spiel können bereits auf niedrigstem sprachlichem Level erste vorbereitende Präsentationstechniken angebahnt werden. Außerdem bot sich nun auch eine gute Gelegenheit, die Identifikationsfigur von Little Early Bird, „Birdie“, auftauchen zu lassen. Er war bis dahin unbekannt und fragte die Kinder nach ihren englischen Namen und konnte sich auch selbst vorstellen. Siehe da, die Kinder liebten die kleine Fingerpuppe sofort. Seitdem ist sie der Renner in der Klasse. Der Birdie-Stempel unter gut erledigter Arbeit im Englischheft ist ebenso sehr beliebt. Das Lied „Hello, my name is …” (LEB „School“, Lied Nr.1) wurde als Ergänzung gesungen.  So suchte ich mir aus den reich bestückten Themenpaketen, zunächst als kleine Ergänzungen zu unserem bewährten Material, immer gerade das heraus, was zu meinem jeweiligen Unterrichtsvorhaben passte.
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Beim nächsten Thema „School“ konnte Birdie wieder aktiv werden. Wie im Lehrerband vorgeschlagen, huschte er über das Erzählposter und entdeckte immer neue Dinge (LEB „School“ , S.22). Auf dem Poster und der OHP-Folie gab es viel zu erkunden, was die Kinder bereits kannten, denn das Thema „School“ hatten wir im ersten Schuljahr schon einmal behandelt. So konnte hier im Sinne des Spiralcurrikulums  der Wortschatz mit einem entsprechenden Satzmuster „I can see ….“ / „It’s a …“ wiederholt und ergänzt werden. Dazu kamen Spiele mit den reichhaltig vorhandenen Flashcards,  beispielsweise das Spiel „What’s missing?“. Eingeführt wurde nun auch das Bingospiel, für das es eine kleine Birdie-Kopiervorlage gibt. Hinten ins Heft geklebt, kann sie bei fast jedem Thema wieder zum Einsatz kommen. Außerdem wurde die Kopiervorlage in der vorgeschlagenen Weise zum Vokabeltraining genutzt (LEB „School“ , S. 20-21). Nach Angaben eines Schülers sollten die Bildchen der Reihe nach auf den Tisch gelegt und später anhand der richtigen Ordnung an der Tafel kontrolliert werden (Line Game).

Sehr schön fand ich auch die Vorschläge zum Thema “Activities in the Classroom“. Mithilfe der großkopierten Bildvorlagen an der Tafel und pantomimischem Spiel wurden die Schüler angeregt, Verben zu benutzen. Auch hier kam wieder das Erzählposter zum Einsatz, das nun zusammen mit dem zu jeder Box von LEB gehörenden wunderbaren "magnifying glass" besonders attraktiv für die Kinder war. Die Schüler konnten hier spielerisch die vorher geübten Aktivitäten auf dem Poster entdecken, sprechen und nachsprechen

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So wie das Bingospiel und andere Spiele, oder auch das "magnifiying glass", finden sich bei Early Bird sehr viele Vorschläge für methodische Vorgehensweisen, die in ritualisierter Form bei jedem Thema Anwendung finden können. So finde ich beispielsweise auch das an vielen Stellen in Early Bird vorgeschlagene „Murmuring“ ausgesprochen effektiv. Statt die Kinder, wie es im Grundschulunterricht oftmals der Fall ist, wertvolle Lernzeit mit Ausmalen verbringen zu lassen, murmeln sie nun beim Anmalen das englische Wort, dessen Bild gerade bearbeitet wird, also z.B. „schoolbag, schoolbag,…red, red,… lunchbox, …“ etc. So wird das Ausmalen, das zuweilen als meditatives Moment im Unterricht der unteren Klassen durchaus angebracht sein kann, auch unter fremdsprachendidaktischem Aspekt produktiv.

Den Einstieg in das Thema „Seasons“ wurde dann direkt mit dem Gedicht „The four Seasons“ (LEB „Throughout the year“, S.21, CD Nr.3) als Höraufgabe gestaltet. Mit dem Unterrichtsvorschlag „A Seasons Clock“ wurden die Monatsnamen eingeführt. LEB regt durch die zur Verfügung gestellten Wort- und Satz-Kopiervorlagen im Anhang von Anfang an dazu an, die Schriftsprache unterstützend mit einzubeziehen. Dies halte ich für sehr wichtig, denn es hilft visuellen Lerntypen bei der Speicherung der Wörter und Phrasen und beugt der Einprägung falscher Schreibweisen vor. Die Schüler gestalteten in ihrem Englischheft eine Seite zu ihrem eigenen Geburtstagsmonat unter Verwendung der Monatsnamen und der Phrase „My birthday is in …“ und stellten diese ihren Mitschülern vor. Im Anschluss an das Thema „Seasons“ und die Geschichte „The Little Weather Witch“ (LEB „Throughout the year“, Storycardys) erarbeiteten wir ein neues Ritual für die Klasse. Am Anfang jeder Unterrichtsstunde darf nun ein Kind mithilfe der im Anhang als Kopiervorlage vorhandenen Birdie-Wetterkarten, das Wetter ansagen und die dem aktuellen Wetter entsprechenden laminierten Karten an die Tafel hängen. Zu „Wilma“ haben die Schüler ein Klassen-Eigenbuch angefertigt, indem immer zwei Schüler eine Seite des Buches zusammen gestalteten. Es steht nun als erster „Englisch“-Lesestoff in der Klasse.

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Im Unterschied zur Arbeit mit einem linear angeordneten Lehrwerk, ermuntert mich als Lehrerin das Finken-Material Little Early Bird immer aufs Neue, auf Ideen der Kinder einzugehen. So lieben es meine Schüler beispielsweise, etwas Eigenes zu einem Unterrichtsthema beizusteuern: etwa ein kleines Heft zu gestalten und vorzustellen und somit ihren bereits gelernten Wortschatz anzuwenden und zu zeigen, was sie schon auf Englisch sagen können. Zum ersten Mal versuchten wir das kurz vor Weihnachten, als die Geschichte „Wilma and the Christmas Tree“  (LEB „Throughout the year“, S.70) mithilfe der Bildkarten behandelt wurde. Zu der Geschichte, der kleinen Hexe, der niemand helfen möchte, den Weihnachtsbaum aus dem Wald zu schleppen, konnten die Schülerinnen und Schüler ein kleines Leporello herstellen. Außer den Bildern der vorgegebenen Geschichte klebten oder malten sie alle ihnen bekannten Tiere und ließen Wilma analog zur vorgegebenen Geschichte fragen „Will you join me?“. So gestaltete jeder sein individuelles Leporello. Daraus ergibt sich eine nahezu natürliche Motivation, das eigene kleine Buch den Klassenkameraden vorzustellen, wodurch reales Sprachhandeln angeregt wird.
Anders als bei der Arbeit mit einem herkömmlichen Lehrwerk, das in der Regel während des Schuljahres durchgearbeitet sein muss, meist noch mit dem dazugehörigen Workbook, ermöglicht es die Arbeit mit Little Early Bird, Themen und Interessen der Kinder aufzugreifen und bei ihnen zu verweilen, wenn sie sich als besonders motivierend herausstellen. Ebenso kann auch Zusatzmaterial eingeflochten werden. Dabei lässt sich der in Little Early Bird vorgeschlagene methodische Ideenreichtum bei jedem anderen Thema einsetzen.

Ein Beispiel: Das Thema „family“ hatten wir anhand einer Froschfamilie behandelt. Zufällig stieß ich auf ein vom Wortschatz her für die Kinder geeignetes Buch („Is it a Frog?“ v. Claire Llewellyn und Ant Parker (MACMILLAN children’s READERS)und las es den Kindern vor.

Dazu gestaltete ich kurzerhand nach der in jedem LEB Lehrerband zu findenden Anleitung (How to fold a pocket book, LEB „Me and my family“, S.120) ein Minibuch, in dem die Kinder zur Geschichte des Frosches kleine Sätze lesen und eigene Bilder dazu gestalten konnten.

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Im Anschluss daran ließ sich sehr gut die Faltanleitung für einen Frosch „How to fold a frog“ (LEB „Me and my family“, S. 119) anschließen, sowie die dort auf S.44 vorgeschlagene handlungsorientierte Übung zum Verständnis der Präpositionen „Where ist the frog?“, bei der die Kinder mit den gefalteten Fröschen agieren.

Die in LEB verborgenen „Schätze“ didaktischer und methodischer Art kann man sich natürlich nicht sofort alle zunutze machen. Da die Materialien sehr umfangreich sind, erschließen sie sich während des Einsatzes nach und nach. Für mich ist Little Early Bird ein großer Fundus, in dem sich immer wieder Neues aufspüren lässt. Dabei ist das Material so ansprechend gestaltet, dass zumindest ich immer wieder Lust bekomme, Neues auszuprobieren. Keinesfalls sollte man an sich den Anspruch haben, alles verwirklichen zu müssen. Während des Schuljahres wurden immer mehr Materialien, Unterrichtsvorschläge und methodische Vorgehensweisen aus Little Early Bird eingeflochten und erprobt. Im kommenden Schuljahr möchte ich nun meinen Unterricht in der künftigen dritten Klasse ganz auf die verschiedenen Themenpakete von Little Early Bird umstellen um dann auch andere wertvolle Vorschläge wie beispielsweise das „Englisch Diary“ im Sinne der Portfolioarbeit einzusetzen.

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